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Welcome to the web pages of the Liberal Jewish Community in Göttingen

Here you will find information and pictures for our current religious, social, cultural and political life, history of the community, its buildings and its cemetery. We regularly report on important events, holiday celebrations and our interreligious and intercultural contacts. In the archive you can find a publications and reports from the media on various topics, among others on the history of Jewish life in Göttingen.

The Corona Pandemic has drastically changed our community life and given us new challenges. We have had to change quickly to digital communications. Presently, our rabbis and our chazzan (Cantor) offer online religious services and Shiurim (lessons). Weather permitting, we are sometimes able to hold religious services and meetings in our beautiful garden.

Current events and Drashot (sermons) from our rabbis are given on this page. Older documents are kept in the archive →here.

current news

 Information zu unseren Veranstaltungen

Wer über Veranstaltungen und Ereignisse in unserer Gemeinde informiert werden möchte kann sich über diesen Link anmelden

 Pressemitteilung der Jüdischen Gemeinde Göttingen e.V. in der Sache Walter Homolka

by Jacqueline Jürgenliemk und Dr. iur. Achim Doerfer, M.A.

Mit Bestürzung haben wir als Jüdische Gemeinde Göttingen e.V., insbesondere als Mitglied der Union Progressiver Juden K.d.ö.R., die jüngste Berichterstattung über Walter Homolka, ausgehend von einem Artikel der WELT vom 6.5.2022, zur Kenntnis genommen. Dabei sind nicht nur die einzelnen Vorwürfe zu betrachten. Vielmehr tritt nach unserer Auffassung ein struktureller Machtmissbrauch zutage, welcher dem liberalen Judentum widerspricht. Dieser
ist insbesondere mit dem von Walter Homolka innegehaltenen Vorsitz in der Union Progressiver Juden K.d.ö.R. (UPJ) nicht in Einklang zu bringen.

Vor diesem Hintergrund ist die öffentlich gemachte Erklärung von Walter Homolka deutlich unzureichend. Das gilt auch für die Mitteilung, seine Ämter ruhen zu lassen. Wir fordern Walter Homolka auf, von seinem Amt als  Vorsitzender der UPJ sofort zurückzutreten. Zu einer rückhaltlosen Aufarbeitung der von ihm geschaffenen Probleme durch die Mitglieder der UPJ, wie sie nun notwendig geworden ist, wird er nach unserer Überzeugung nichts beitragen können. Angesichts des von ihm angerichteten Schadens für das (liberale) Judentum - aber ebenso der psychischen Verletzungen bei individuellen Betroffenen - hoffen wir darüber hinaus auf ein entschlossenes Handeln auch innerhalb anderer betroffener Organisationen und Institutionen.

V.i.S.d.P.: Jacqueline Jürgenliemk, Erste Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Göttingen e.V.;
Dr. iur. Achim Doerfer, M.A., Zweiter Vorsitzender Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.

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Other notices

drashot

Friday, June 10, 2022 -- Jüdische Gemeinde in der Angerstr.14

 Paraschat Nasso, Göttingen, 11/12 Sivan 5782

by Avigail Ben Dor Niv

Wenn wir etwas berühren, das ganz ist, wie eine schöne Blume, ein Gedicht, ein Gemälde, haben wir immer das Gefühl, dass nichts verändert werden kann, dass alles an seinem Platz ist. Wir denken selten daran, es in seine Einzelteile zu zerlegen und neu zusammenzusetzen. Wenn wir eine wahrhaft vollständige Tradition suchen, suchen wir oft etwas, das perfekt von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Im Toraabschnitt dieser Woche, Paraschat Nasso, wird die Stiftshütte, der Mischkan, eingeweiht und geheiligt. Dies steht am Ende der Parascha, davor wird etwas ganz anderes ausführlich beschrieben - die Zerlegung des Mischkan in Teile. Er nimmt die detaillierte, komplexe Architektur der Stiftshütte, die in mehr als 14 Paraschot beschrieben wird, mit ihren vielen Teilen, teuren Werkzeugen und ihrem perfekten Design - nur um sie dann wieder in Stücke zu brechen.

Das Wort "Nasso" bedeutet "tragen", und der Abbau der Stiftshütte muss erfolgen, um die ganze perfekte Stiftshütte durch die Wüste Sinai zu tragen, während die Israliten sich auf den Weg in das gelobte Land machen. Es handelt sich, wie immer in den 5 Büchern Mose, um einen mobilen Tempel für mobile Menschen. Er ist noch nicht, wie der spätere Tempel, an einem glanzvollen Ort errichtet. Deshalb beinhaltet er auch eine andere Vorstellung von Gott, der uns nahe ist, von uns getragen wird - ein Teil von uns ist.

Wenn ich über diesen wichtigen Teil unserer Religion, das Tragen Gottes, nachdenke, denke ich sofort an dieses Verbs, tragen, NAS, was im biblischen Hebräisch bedeutet - vergeben. Abraham fragt Gott vor Sdom und Amora: "Wirst du ihnen nicht vergeben, wenn es 50 Gerechte unter ihnen gibt?", Er fragt tatsächlich: "Wirst du sie nicht tragen? (1.Mose 18:24). Die Brüder von Josef bitten ihn: "Ach vergib doch die Abtrünnigkeit deiner Brüder", aber das Hebräische sagt: "Bitte trage unsere Last" (1.Mose 50:17)

Dies ist ein sehr schönes Verständnis der Bibel in Bezug auf Vergebung. Vergebung bedeutet nicht, eine schlechte Tat, die uns angetan wurde, zu vergessen oder zu verdrängen. Biblische Vergebung ist immer ein Tragen. z.B.s, Wenn ein Freund uns unrecht getan hat, und wir wollen ihn vergeben, d. h. das wir tragen sollen das Wissen um das begangene Unrecht während der gesamten Dauer der Beziehung. Kain sagt, nachdem er seinen Bruder Hevel getötet hat: "Meine Schuld ist zu schwer, als dass ich sie tragen könnte" (1.Mose 4:13). Da Kain niemanden hat, den er um Vergebung bitten kann, bleibt er mit seiner Schuld allein.

Der französisch-jüdische Philosoph Jacques Derrida sagt, dass wir das Verb "vergeben" oft mit dem Verb "vergessen" gleichsetzen, aber das seien zwei verschiedene Dinge. Vergebung ist nicht für die alltäglichen Taten nötig, sondern nur für die schwerwiegenden Dinge, die uns angetan wurden. Wir werden die kleinen Dinge sowieso vergessen und weitergehen, aber die wirklich wichtigen Dinge, wieVertrauensbruch, sind die Dinge, die Vergebung erfordern, und sind die Dinge, die in ihrem Kern nicht vergeben werden können, deshalb sagt er: "Vergebung ist nur für das erforderlich, was nicht vergeben werden kann". Dieses Vergeben im Sinne Derridas ist gleich mit dem biblischen Begriff des "Tragens".

Und was ist die Verbindung zwischen den beiden Bedeutungen des Tragens, der Vergebung und des abgebauten Tempels?

Vielleicht hat Vergebung mit unserer eigenen Fähigkeit zu tun, abzubauen und wieder aufzubauen, vielleicht ist es das, was wir vergeben, was wir tragen, das uns verspricht, dass wir weitergehen werden, flexibel, in Teilen, aber ganz.

Die Stiftshütte mit ihrer perfekten göttlichen Architektur ist neben ihrer Heiligkeit, ihrer Ganzheit, ein modularer Tempel, ein tragbarer Tempel. Er ist noch nicht der versteinerte Tempel in Jerusalem, ein Tempel, der am Ende zweimal zerstört wurde. Denn Steine und Mauern werden zerstört. Aber das Ganze kann nur ganz bleiben, wenn es flexibel ist, wenn es fragmentiert ist.

Für die Weisen, die nach der Zerstörung des zweiten Tempels schrieben, wurde Gott wieder demontiert, d.h. neu zusammengesetzt. Was wir Zerstörung nennen, war für sie eine Chance, eine ganze Gottheit zusammenzusetzen, die nicht wieder zerstört werden kann - weil sie in uns getragen wird. Für sie war die Zerstörung ein Aufbau, ein Wiederaufbau eines unzerbrechlichen Glaubens.

Dies ist das gleiche Judentum, das wir heute in uns tragen. Es ist keine vollständige und vollkommene Tradition, aber wir tragen gebrochene Traditionen in uns, zerschnitten und wieder zusammengesetzt, ausgelöscht und wieder zusammengefügt. Das soll nicht heißen, dass wir etwas falsch machen, aber wir gehen weiter, wir müssen Gott mit uns tragen, in seiner zerlegten Form.

Wir wissen, dass der Mensch flexibel und beweglich ist, wir wissen, dass wir mehr als einmal zerlegt wurden und dass wir wiederaufgebaut werden. Wir sind komplex und wir tragen viel - wir tragen unsere Selichot, unsere Vergebungen und vielleicht werden wir noch mehr tragen. Wir tragen unsere Vergangenheit, Traditionen, die wir bekommen haben, Traditionen, die wir verloren haben, Traditionen, die wir erfunden haben... und dennoch - wir sind nicht weniger mächtig, nicht weniger religiös, im Gegenteil, wir sind, wie das Ohel Moed, die Stiftshütte, ein mobiler Tempel. wir wissen, dass das, was ganz sein will, was ganz bleiben will, in Stücke gebrochen werden muss. Unsere Fähigkeit, auseinanderzufallen, verspricht, dass wir weitergehen werden können.

other organizations

Max-Willner-Heim, Janusz Korczak Str. 15 55566 Bad Sobernheim, Tel.: 06751 - 94 354

 Fortbildung für Demenzbegleiter: innen

10.02.2022

Fortbildung für Demenzbegleiter: innen nach SGB XI § 45b in Bad Sobernheim

Mehrere Termine: Komplettes Programm: hier klicken (PDF-Datei)

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Alzheimer-Krankheit und andere Formen der Demenz sind eine große
Herausforderung für die von der Diagnose betroffenen Menschen und ihre
Angehörigen. In Deutschland leben aktuell etwa 1,6 Millionen Menschen mit einer
Demenzerkrankung. Aufgrund der Überalterung der jüdischen Gemeinden
werden diese auch immer mehr mit dem Thema Demenz konfrontiert werden.
Auch in diesem Jahr wollen wir auf die Situation der an Demenz erkrankten
Mitglieder und ihrer Familien hinweisen und zum Handeln auffordern. Die ZWST
führt im Jahre 2022 erneut eine Fortbildung zum Thema „Demenzbegleitung“ in
Bad Sobernheim durch.
Die zweiteilige Fortbildung richtet sich an ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende
von jüdischen Gemeinden und anderen jüdischen Einrichtungen (Seniorenzentren,
Pflegedienste).

  • Vermittelt wird: Basiswissen zum Thema Demenz, Methoden und Möglichkeiten der Betreuung und  wertschätzenden Kommunikation, kreatives Gestalten und Bewegungsangebote, sowie gesetzliche Grundlagen.
  • Die Teilnehmenden werden befähigt, spezifische Aktivitäten und Angebote für Menschen mit einer dementiellen Erkrankung und ihre Angehörigen zu organisieren und anzubieten.

Wir möchten darauf hinweisen, dass Interessenten sich nur für die gesamte
Fortbildung anmelden können. Die Seminare können nicht einzeln belegt werden.

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.
Hebelstr.6, 60318 Frankfurt am Main, Telefon: 069 94 43 71-0, Fax: 069 49 48 17
Email: zentrale@zwst.org, https://www.zwst.org